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Stadt Oberhausen bietet „Paul"-Reisen
Staff Writer | Sonntag 25 Juli 2010

Oberhausen. Pauls Ruhm zieht unaufhörlich seine Kreise. Bei der Pressestelle der Stadt Oberhausen steht das Telefon auch nach dem WM-Finale kaum still. Und das Stadtmarketing bietet jetzt „Paul-Pauschalreisen".

Sprecher Ralf Terlau hat eben noch mit Journalisten aus Mexiko gesprochen. Schon ist der nächste Interessent in der Leitung. Paul, der „Okto-Fuchs", hat das erreicht, was kein Team während der Fußball-Weltmeisterschaft geschafft hat. Er ist ungeschlagen geblieben. Alle acht Vorhersagen waren richtig. Während seine Fan-Schar in Deutschland nach dem Halbfinal-Tipp gegen die Löw-Elf deutlich reduziert ist, hat man in Spanien so gar keinen Hunger auf Paella. Knapp 170.000 Kraken-Liebhaber tummeln sich im Internet auf seiner spanischen Fan-Seite bei „Facebook". Auch in Südafrika feierten die Fans den Kraken: In den Stadien hielten die Schlachtenbummler keine Plakate mit Liebesbekundungen an die Fußballer hoch, sondern sendeten jauchzende Grüße an den Oberhausener Kicker-Kenner Paul.

Stadt Oberhausen bietet „Paul
Das gefällt dem Muschelfleisch-naschenden Oktopus sicher besser als mancher Schabernack, den mittlerweile die Werbeindustrie mit ihm treibt. Ein Hersteller von Tiefkühl-Kost nutzte Paul, um in einer Anzeigenkampagne auf fiese Art auf seine Calamares-Ringe aufmerksam zu machen. Kein Wunder, dass selbst der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero dem Kraken Asyl anbieten wollte.


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Oberhausen wird zur 'Krakenstadt'

Abwanderungsgedanken ins offene Meer, die auch die Tierschutzorganisation Peta bereits formulierte, sind aber keine Option. Das „Sea Life"-Aquarium stellte bereits klar: „Paul bleibt bei uns!" Darauf zählt auch Michael Schmitz von der „Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH" (TMO). Er träumt von allerlei Kraken-Souvenirs, die die Stadt noch bekannter machen. Passend dazu haben die TMO-Mitarbeiter eine „Paul"-Pauschalreise zusammengestellt, bei der sämtliche Gäste auch das „Sea Life" besuchen können.

„Neulich haben wir eine Anfrage von Reisejournalisten aus China bekommen. Die wollten sich die Kulturhauptstadt anschauen. Als allerdings Pauls Fußballtipps so gut waren, wollten sie ihn unbedingt besuchen", erinnert sich Michael Schmitz lächelnd. Wie man mit dem Tintenfisch für die Stadt werben kann, will die TMO mit dem „Sea Life" gemeinsam überlegen. So viel ist sicher: Paul ist inzwischen ein putziger Sympathieträger.


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Jetzt, wo Oberhausen weltweit in aller Munde ist - ist da in seiner Heimat nicht auch Dankbarkeit angesagt? Der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt liegt nah - schließlich ist Paul ein Tintenfisch. „Bleibt nur die Frage offen, wie er unterschreiben möchte", sagt Ralf Terlau mit einem Augenzwinkern. Angesichts der begrenzten Lebenserwartung des Tentakel-Superstars sollte sich die Stadt jedoch mit einer Entscheidung dieser politischen Tragweite besser beeilen.

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